von Wajdi Mouawad, Deutsch von Uli Menke Premiere am 14. März 2026
Düsseldorfer Schauspielhaus, Stadt:Kollektiv
Fotos: Sandra Then
Jetzt ist die Mutter tot. Jahre vorher schon hatte Nawal aufgehört zu sprechen. Bei der Testamentseröffnung erhalten ihre Kinder, die Zwillinge Jeanne und Simon, den Auftrag, zwei verschlossene
Briefe zu übergeben: einen an ihren tot geglaubten Vater, den anderen an einen Bruder, von dessen Existenz sie nichts wussten. Der letzte Wille schickt beide auf eine Reise durch die Zeit und
eine traumatische Familiengeschichte.
Die Suche führt die Geschwister in die fremde Heimat ihrer Mutter. In Rückblenden entfaltet sich parallel Nawals abenteuerliche Geschichte: ihre große, unmögliche Jugendliebe, die erzwungene
Trennung von ihrem Kind und die jahrzehntelange Suche nach ihm in einem vom Bürgerkrieg verwundeten Land. Wir begegnen ihr und ihrer Freundin Sawda als Jugendliche und später als
Freiheitskämpferinnen. Die Handlung gipfelt in einer Tragödie von antikem Ausmaß – ein modernes Ödipus-Drama über Identitätssuche, Familiengeheimnisse und die unausweichliche Konfrontation mit
der Vergangenheit.
Es ist eine Geschichte, die heute, gestern und morgen spielen könnte, erschreckend in ihrer Gegenwärtigkeit, packend in ihrer mythischen Wucht. Aber es ist auch eine Reise in Etappen zur
Wahrheit. »›Verbrennungen‹ ist ein Stück über den Versuch, in einer unmenschlichen Situation seine Versprechen als Mensch zu halten«, sagt der Autor Wajdi Mouawad. Regisseur Bassam Ghazi ergänzt:
»Theater kann ermutigen, das Schweigen zu brechen und die Kraft des Sprechens als Akt der Befreiung zu erleben.«
1 Stunde 45 Minuten — keine Pause
Triggerwarnung: Die Inszenierung thematisiert u.a. Gewalt, Krieg und Vergewaltigung.
mit: Voula Doulgkeridou, Jalal Chafik, Vivian Kassem, Sara Alshami, Ilkay Yılmaz, Soukaina O., Hasti Karami, Stephan Krespach, Mohamad Latsh, Gandi Mukli und im Video: Jawad Ayache, Sobhia Sarsour, Hussein Ghazi
Regie: Bassam Ghazi / Bühne: Paulina Barreiro / Kostüm: Maria Lucía Otálora / Video: Lev Gonopolskiy / Licht: Konstantin Sonneson / Dramaturgie: Birgit Lengers / Regieassistenz: Nadine Pitthan / Mitarbeit: Rudayna Hussein, Milena Rosiny